Georgischer Lari, Geldautomaten und Trinkgeld: der komplette Geld-Leitfaden
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Georgischer Lari, Geldautomaten und Trinkgeld: der komplette Geld-Leitfaden

Der georgische Lari in 30 Sekunden

Georgiens Währung ist der Lari, Symbol GEL oder Lari-Zeichen ₾. Ein Lari teilt sich in 100 Tetri. Banknoten gibt es zu 5, 10, 20, 50, 100 und 200 GEL sowie Münzen zu 1 und 2 GEL plus 5, 10, 20 und 50 Tetri. Im Frühjahr 2026 ist ein US-Dollar rund 2,70 GEL wert, ein Euro rund 2,90 GEL und ein britisches Pfund rund 3,35 GEL. Die Wechselkurse sind Woche für Woche stabil, und der Lari hat sich im letzten Jahrzehnt berechenbarer verhalten als viele regionale Währungen.

Trinkgeld ist keine Pflicht, wird in touristischen Lokalen aber zunehmend erwartet. Aufrunden ist universell; ein echtes 10-%-Trinkgeld ist großzügig; alles darüber markiert euch als ungewöhnlich dankbar.

Für eine vollständigere Kostenaufschlüsselung siehe den Reisebudget-Leitfaden.

Lari bekommen: Geldautomaten, Wechsel und Karten

Geldautomaten

Geldautomaten gibt es reichlich in Tiflis, Batumi, Kutaissi, Rustawi, Gori, Telawi, Sighnaghi und jeder Stadt von einiger Größe. Marken, auf die ihr achtet: TBC Bank, Bank of Georgia, Liberty Bank, Credo Bank und VTB. TBC Bank und Bank of Georgia sind am reisefreundlichsten — mit englischen Oberflächen, zuverlässiger Verfügbarkeit und vernünftigen Abhebelimits (meist 600 GEL pro Transaktion, gelegentlich 2.000 GEL).

Wichtig: Wenn der Automat euch die „Umrechnung” in eure Heimatwährung (Dynamic Currency Conversion) anbietet, lehnt das immer ab. Lasst eure eigene Bank die Umrechnung machen. DCC an georgischen Automaten kostet typisch 3–5 % mehr als der Mid-Market-Kurs.

Credo-Bank-Automaten wenden manchmal eine zusätzliche Abhebegebühr von rund 6 GEL an. TBC und Bank of Georgia erheben selten eigene Gebühren auf ausländische Karten, wobei die Gebühren eurer Heimatbank weiterhin gelten.

In Berg- und ländlichen Regionen — Mestia, Kazbegi, Ushguli, Omalo in Tuschetien — gibt es Automaten, aber nicht immer zuverlässig. Mestia hat ein paar; Omalo gar keinen. Nehmt vor der letzten größeren Stadt genug Bargeld für euren ländlichen Abschnitt mit.

Wechselstuben

Wechselstuben (Kioske mit „Exchange” oder „Valuta”) sind in Tiflis überall. Die Kurse hängen auf elektronischen Tafeln draußen; der Unterschied zwischen dem besten Kurs in der Altstadt und dem schlechtesten kann 1–2 % betragen. Die besten Kurse gruppieren sich rund um den Freiheitsplatz, die Rustaweli-Avenue und innerhalb des Desertir-Bazar-Bereichs. Die Flughafenkurse sind merklich schlechter — nutzt sie nur für die Taxifahrt in die Stadt, wenn überhaupt, da Bolt und Yandex Karten akzeptieren.

US-Dollar, Euro und britische Pfund lassen sich überall leicht wechseln. Andere Währungen (türkische Lira, russischer Rubel, Dirham) wechseln an größeren Stuben, aber mit breiteren Spreads. Bringt glatte, unbeschädigte Scheine mit — ältere oder eingerissene Noten werden manchmal abgelehnt.

Kartenakzeptanz

Kartenakzeptanz in Georgien ist besser, als Reisende erwarten. In Tiflis akzeptiert fast jedes Restaurant, Hotel, jeder Supermarkt, Weinladen und jedes größere Café Visa und Mastercard; kontaktlos ist Standard. Amex ist lückenhaft. In Batumi, Kutaissi und Sighnaghi ist die Kartenakzeptanz ähnlich.

Wo ihr noch Bargeld braucht:

  • Marschrutkas (Sammelkleinbusse) sind immer Bargeld
  • Kleine Bäckereien, traditionelle Tone-Brotläden und Marktstände
  • Die meisten Taxifahrer außerhalb der Bolt/Yandex-Apps
  • Kleinere Weingüter und familiengeführte Pensionen in Kachetien und in den Bergen
  • Kirchen- und Klosterspenden
  • Öffentliche Toiletten
  • Abanotubani-Schwefelbäder (manche Räume Karte, manche Bar)

Eine praktische Regel: Tragt immer mindestens 100 GEL in kleinen Scheinen bei euch. In ländlichen Regionen das Doppelte.

Kontaktlos und Mobile Payment

Apple Pay, Google Pay und Samsung Pay funktionieren an den meisten Kassenterminals in Tiflis. Tap-to-Pay ist Standard an jedem Terminal der letzten fünf Jahre. Georgisch ausgestellte Karten haben oft eigene Bank-Wallets, aber als Besucher nutzt ihr einfach eure heimische Apple Pay oder Google Pay nahtlos.

Revolut und Wise

Beide funktionieren in Georgien gut. Revolut- und Wise-Karten heben Lari an Automaten ab, ohne Aufschlag auf den Wechselkurs (im Rahmen eures monatlichen Freibetrags bei Revolut). Beide bieten georgien-freundliche Features: GEL wird als Währung unterstützt, Live-Kurse sind sichtbar, und Kartenzahlungen in Geschäften werden zum Mid-Market-Kurs umgerechnet.

Charles Schwabs Debitkarte (für US-Reisende) erstattet Geldautomatengebühren weltweit, was sie trotz Georgiens bereits niedriger Geldautomatenkosten zu einer starken Wahl macht.

Bargeldgewohnheiten

Kleine Scheine sind nützlich

Taxifahrer, Bäckereien, Marktverkäufer und Marschrutka-Fahrer haben selten Wechselgeld für einen 100-GEL-Schein, wenn euer Einkauf 3 GEL beträgt. Brecht größere Scheine in Supermärkten (Carrefour, Goodwill, Spar) oder in größeren Restaurants zu Beginn der Reise. Die 5- und 10-GEL-Scheine sind die Alltagsstückelungen.

Aufrunden und ungefähres Wechselgeld

Rechnet damit, in fast jeder Bargeldtransaktion aufzurunden. Georgier runden bei kleinen Beträgen nach unten (ein 0,80-GEL-Einkauf wird oft zu 1 GEL, mit Tetri-Wechselgeld, das mit einer Handbewegung abgelehnt wird) und ihr solltet da keinen Aufstand machen. Umgekehrt ist es üblich, bei einer Taxifahrt von 14 GEL 15 GEL zu geben und nichts zu sagen.

Tetri: zählen sie?

Tetri-Münzen sind noch im Umlauf, aber die meisten Geschäfte runden funktional in 1-GEL-Schritten. Behaltet die größeren Tetri-Münzen (50 Tetri, 20 Tetri) für Bäckereien und die Metro; die winzigen 1-, 2- und 5-Tetri-Münzen sind funktional nutzlos.

Geldgürtel und Straßensicherheit

Georgien ist eines der sichereren Länder der Region, sodass die Argumente für einen Geldgürtel schwächer sind als in Teilen des Balkans oder der Türkei. Standardmäßige urbane Taschendiebstahl-Wachsamkeit (Vordertasche, Tasche mit Reißverschluss, Aufmerksamkeit auf dem Desertir-Basar) reicht.

Trinkgeld in Georgien: das praktische Bild

Die Trinkgeldkultur in Georgien entwickelt sich wirklich. Vor zehn Jahren waren Trinkgelder außerhalb gehobener Tifliser Restaurants nicht erwartet. Heute setzen touristenorientierte Betriebe in der Hauptstadt, in Batumi und Kachetien zunehmend 10 % voraus — manchmal als „Servicegebühr” auf der Rechnung.

Restaurants

  • Servicegebühr auf der Rechnung: In tifliser touristischen Restaurants zunehmend üblich — meist 10 %, manchmal 12 % oder 15 %. Wenn sie aufgeführt ist, müsst ihr nichts zusätzlich geben. Prüft das Rechnungsende.
  • Keine Servicegebühr: 10 % sind großzügig und willkommen. Das Äquivalent von 5 % zu lassen oder einfach aufzurunden ist lokale Normalpraxis.
  • Ungezwungene Cafés, Chinkali-Häuser und Nachbarschaftslokale: Aufrunden oder die Münzen liegen lassen reicht. Bei einem 20-GEL-Chinkali-Mittagessen 10 % zu geben ist schmeichelhaft, aber über der lokalen Norm.
  • Gehobene Restaurants mit Weinsommeliers: 10 % sind normal, 15 % großzügig, besonders für einen langen Abend mit Weinbegleitung.
  • Bargeld vs. Karten-Trinkgeld: Trinkgelder auf der Karte erreichen das Personal manchmal, manchmal nicht. Bargeld direkt an die Bedienung ist die sauberere, freundlichere Praxis.

Taxis

  • Bolt- und Yandex-App-Fahrten: Der App-Preis ist der Preis. Aufrunden ist optional; 1–2 GEL Aufrundung bei 14 GEL ist eine nette Geste, wird aber nicht erwartet.
  • Auf der Straße angehaltene Taxis mit ausgehandelten Preisen: Kein Trinkgeld erwartet. Ihr habt den Preis ausgehandelt.
  • Vorreservierte Flughafentransfers: 5–10 GEL Trinkgeld für einen angenehmen Fahrer, besonders mit Gepäckhilfe, ist Standard.

Touren und Guides

  • Tagestour mit Fahrer-Guide: 20–40 GEL pro Gruppe für einen Halbtag, 40–80 GEL pro Gruppe für einen ganzen Tag, wenn der Service gut war. Bei privaten Touren pro Person: 20–40 GEL pro Gast pro Tag ist normal.
  • Mehrtägige geführte Touren (Swanetien, Tuschetien, Kazbegi): Der Guide bekommt typisch 50–100 GEL pro Reisendem am Ende der Reise; der Fahrer (falls separat) einen ähnlichen oder leicht niedrigeren Betrag.
  • Kochkurse und Weinverkostungen: 10–20 GEL pro Person an den Gastgeber sind großzügig und willkommen, zusätzlich zur Kursgebühr.
  • Kostenlose Walking-Touren: Zahlt, was die Tour euch wert war. In Tiflis sind 20–40 GEL pro Person die normale Spanne für einen guten zweistündigen Rundgang.

Hotels

  • Pagen: 2–5 GEL pro Gepäckstück
  • Housekeeping: 5–10 GEL pro Tag oder 20–50 GEL am Ende eures Aufenthalts, mit Notiz aufs Kissen gelegt
  • Concierge: 10–20 GEL für bedeutende Hilfe (schwierige Reservierungen, Problemrettung)
  • Pensionen: Für die Familie, die die Pension führt, wird kein Trinkgeld erwartet. Ein kleines Geschenk (Schokolade, Wein von zu Hause, etwas Persönliches) ist weit mehr wert als Geld.

Die Supra: ein Sonderfall

Wenn ihr zu einer Supra — dem georgischen Festmahl — eingeladen werdet, versucht niemals, euren Gastgebern Trinkgeld zu geben. Das ist ein kultureller Fehler. Wollt ihr euch revanchieren, bringt ein Geschenk (Wein, Pralinen, Blumen) oder erwidert die Gastfreundschaft später. Geld nach einer Familien-Supra auf den Tisch zu legen, signalisiert, dass ihr missverstanden habt, woran ihr gerade teilgenommen habt.

Weingüter und Weinbar-Verkostungen

Bei kommerziellen Weingut-Besuchen mit bezahlten Verkostungsgebühren ist kein zusätzliches Trinkgeld nötig. Bei Familienweingütern, wo der Eigentümer euch persönlich empfängt, ist ein kleines zusätzliches Trinkgeld (20–50 GEL pro Gruppe) großzügig. In den Weinbars von Tiflis gebt Trinkgeld wie in einem guten Restaurant — 10 % ist die vernünftige Zahl.

Servicegebühren: worauf achten

Georgische Restaurants, besonders in Touristenzonen, fügen manchmal hinzu:

  • Servicegebühr (manchmal „servisi” genannt): 10 %, 12 % oder 15 %. Geht (theoretisch) an das Personal.
  • MwSt. (manchmal bereits inklusive, manchmal nicht): Die 18 % MwSt. sind üblicherweise in den Menüpreisen enthalten, werden aber in gehobenen Restaurants gelegentlich separat aufgeschlagen. Beim Bestellen prüfen.

Wenn eine Servicegebühr erhoben wird, ist kein zusätzliches Trinkgeld nötig. Wenn nicht, sind 10 % die Norm.

Währungsnotfallplanung

  • Wenn eure Karte vom Automat geschluckt wird: Die meisten TBC- und Bank-of-Georgia-Automaten haben Servicenummern am Bildschirm. Ruft zuerst eure Heimatbank zur Kartensperrung an, dann besucht am nächsten Werktag die Filiale.
  • Wenn euch sonntags in einer ländlichen Gegend das Bargeld ausgeht: Viele Pensionen akzeptieren Überweisung oder halten eure Buchung bis Montag. Geldautomaten in größeren Städten laufen 24/7, auch sonntags.
  • Wenn ihr die Brieftasche verliert: Western Union und MoneyGram arbeiten beide in Georgien. Eure Botschaft in Tiflis kann in ernsten Fällen Notüberweisungen vermitteln.

Währungskosten durch Abzocke

Der größte währungsbezogene Verlust, den die meisten Besucher machen, kommt von DCC (Dynamic Currency Conversion) an Geldautomaten und Kartenterminals. Wenn die Maschine fragt „Möchten Sie in Ihrer Heimatwährung zahlen?” — sagt immer Nein. Zahlt immer in GEL. DCC ist nie zum Vorteil des Kunden.

Der zweitgrößte Verlust kommt vom Geldwechsel am Flughafen vor der Fahrt in die Stadt. Die Flughafenkurse sind 2–3 % schlechter als in den zentralen Tifliser Stuben. Entweder mit der Karte in Bolt bezahlen oder einen kleinen Betrag am Flughafen und den Rest in der Stadt wechseln.

Was mit übrigen Lari tun

Der Lari ist frei konvertierbar, aber außerhalb Georgiens nicht breit akzeptiert. Am Ende eurer Reise:

  • Den Rest ausgeben: Georgischer Wein, Tschurtschchela, Adschika- und Gewürzsets sind ausgezeichnete und leichte Mitbringsel. Zoma und Aristaeus in Tiflis verkaufen Qualitätswein in Lari.
  • Am Flughafen zurückwechseln: Die Tifliser Flughafenstuben wechseln Lari zu vernünftigen (nicht großartigen) Kursen in USD oder EUR zurück. Wechselt nicht mehr, als ihr ausgeben wollt.
  • Einen Schein behalten: Ein 5- oder 10-GEL-Schein ist ein schönes Andenken und erinnert euch daran, wiederzukommen.

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